Es gibt einen verrückten Plan: Eine Verlängerung der A 100 vom Treptower Park über die Spree, dann mitten durch Friedrichshain bis zu Storkower Straße im Prenzlauer Berg.  Ich halte sie für verkehrspolitischen Unsinn und klimapolitischen Wahnsinn. Als Grüne lehnen wir sie geschlossen ab. Egal, ob im Bezirk, im Berliner Abgeordnetenhaus, im Senat oder in der Bundestagsfraktion – sind werden alle Hebel in Bewegung setzen, um die falschen Pläne des Bundesverkehrsministers von der FDP zu stoppen!

Heftige Folgen für den Kiez

Zehntausende Anwohner*innen würden vom Lärm rasender Fahrzeuge betroffen sein. Insbesondere Anwohner*innen und Personen, die in der Nähe der Trasse arbeiten oder ihre Freizeit verbringen. Die Autobahn würde neuen Verkehr mit mehr Lärm, Abgasen und Sicherheitsgefahren mit sich bringen, insbesondere am Ostkreuz, wo es eine Abfahrt geben soll. Die Neue Bahnhofstraße könnte in der Bauphase besonders stark betroffen sein, da die Trasse in einem Tunnel mit zwei Etagen unterhalb der Straße durchführen soll. Würde die obere Decke des Tunnels (wie unterm Ostkreuz geschehen) oberirdisch angelegt, müsste die Straße in voller Breite und für den kompletten Zeitraum der Maßnahme abgetragen und Metertief ausgebaggert werden. Wie die Bewohner*innen in der Zeit in die Wohnungen kommen und wie eine Gefahr durch den riesigen Schacht ausgeschlossen werden können, ist bisher völlig unklar.

A 100-Trasse: Platz für Park, Wohnen, Sport und Kultur

Eine aktualisierte Kostenschätzung im Zuge der Anmeldung zum Bundesverkehrswegeplan 2015 kommt auf 531,2 Millionen Euro. Verkehrsexpert*innen rechnen mit mindestens einer Milliarde Euro für 4,1 Kilometer kosten würde. Das wären über 240 Millionen Euro pro Kilometer.

Gerade in der recht zentralen Lage gibt es einen Mangel an Flächen für den sozialen Mietwohnungsbau, Grün-, Bildungs- und Sportflächen sowie für kulturelle Nutzung. Solche Nutzungen auf den Freiflächen hätten viele Vorteile für große Bevölkerungsgruppen, die weit über den kleinen Anteil der Haushalte mit PKW in Berlin hingeht. Schließlich bieten die Flächen auf der Trasse viel Platz für die Vision einer bunten, vielfältigen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung.

Mehr Verkehrsberuhigung ohne Durchgangsverkehr

Ich kämpfe für die Mobilitätswende und setze mich ein für mehr Platz für Fuß- und Radverkehr, mehr Fahrradstraßen und für einen familienfreundlichen und barrierefreien Bezirk. Mit mehr Verkehrsberuhigung und Kiezen ohne Durchgangsverkehr schaffen wir mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität für Jung und Alt. Daher unterstütze ich die vielen Kiezblock-Initiativen.

Über Jahrzehnte wurde in Berlin für das Auto geplant und die „autogerechte Stadt“ in Beton gegossen. Das hat sich durch grünen Druck auch auf Landesebene trotz massiver Widerstände endlich geändert. Das Mobilitätsgesetz ist ein wichtiger Schritt zu einer Verkehrswende, die den öffentlichen Nahverkehr sowie den Fuß- und Radverkehr in den Mittelpunkt stellt.

Bei der Mobilitätswende schneller werden

Mit den Popup-Radwegen haben wir im Bezirk gezeigt, dass Veränderungen auch kurzfristig möglich sind – davon brauchen wir mehr. Gleichzeitig bleibt nicht nur im Friedrichshainer Südkiez sondern auch auf Stralau noch einiges zu tun. Indem wir Lieferverkehr und Sharing-Angebote neu aufstellen, verringern wir lauten Verkehr und giftige Abgase. Mein Ziel: Friedrichshain wird lebenswerter für alle. Für die Mobilitätswende habe ich bereits viele Jahre als Fraktionssprecher im Bezirksparlament gekämpft – auch gegen Widerstände aller anderen Parteien. Auf Landesebene setze ich mich dafür ein, dass es hier schneller voran geht.