In Berlin sind in den kommenden Jahren mindestens 116 neue Hotels mit mehr als 8.100 Betten geplant. Das geht aus einer Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage hervor. Obwohl Berlin bereits ein riesiges Überangebot an Hotelbetten hat und obwohl die Übernachtungszahlen sinken, sollen nun noch viele Tausend Betten hinzukommen. Wir kritisieren diese Entwicklung deutlich. Denn Berlin braucht dringend bezahlbaren Wohnraum und nicht noch mehr Hotelbetten.
Wie absurd die Zahlen sind, zeigt der Bezirksvergleich: In Friedrichshain-Kreuzberg sollen laut Angaben rund 4.800 der geplanten Betten entstehen. Zum Vergleich: In Spandau sind zusätzlich 75 Betten geplant. Damit sollen allein in Friedrichshain-Kreuzberg rund 60 Prozent der Betten entstehen. Weil die Bezirke kaum Möglichkeiten haben, solche Projekte zu verhindern, muss der CDU-SPD-Senat hier dringend mit einem Hotelentwicklungsplan gegenlenken und die Ansiedlung von neuen Hotels aktiv steuern. Wir fordern: Neue Hotels sollen nur dann zulässig sein, wenn sie kiezverträglich sind.
Viele der geplanten neuen Betten sollen dort entstehen, wo heute schon viele Hotelstandorte in der Umgebung sind. Doch das hat oft negative Folgen für die Kieze. Bunt gemischte Einzelhandelsstrukturen mit Alltagswaren gehen verloren und das gewerbliche Angebot richtet sich zunehmend an der gestiegenen touristischen Nachfrage aus. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.
Die Zahlen für Neukölln zeigen einen Trend zum Umbau von kleinen Gewerbeeinheiten zu Beherbergungen. Auch diese Entwicklung ist völlig ungesteuert und bisher ohne politische Einflussnahme.
Die durchschnittliche Bettenauslastung betrug laut dem Statistischem Bericht im Dezember des vergangenen Jahres in den Hotels rund 55 Prozent, in den Hotels garni rund 52 Prozent, in den Gasthöfen 34 Prozent, in den Pensionen rund 48 Prozent und in den Jugendherbergen u. ä. Betrieben 46 Prozent. Zum Vergleich: In Paris lag die Bettenauslastung 2025 bei 82 Prozent.
Was ist Stadtentwicklung? 😱
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