Erneut machen Immobilienlobby und CDU Stimmung für eine Bebauung – und wollen große Teile des Tempelhofer Felds privatisieren. Dabei kommt es gerade jetzt auf ein freies Feld an.
Während Berlin immer häufiger unter Hitzewellen leidet, sorgt das Feld für Frischluft und Kühlung der angrenzenden Wohngebiete. Trotzdem wird immer wieder so getan, als wenn es keine Folgen hätte, den „Rand“ zu bebauen. Dabei ist völlig klar, dass dadurch Frischluftschneisen eingeschränkt werden und die Natur deutlich leiden wird. Hinzu kommt: Ob Grillen, Sport oder Kultur – es ist genau dieser „Rand“, der am meisten genutzt wird. Auch das würde durch eine Bebauung und jahrelange Baustellen unmöglich.
Die Immobilienlobby will über 21.000 Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld bauen. Die CDU greift diese Pläne dankbar auf und verkauft sie als Antwort auf die Berliner Wohnungskrise – nicht zum ersten Mal. Dabei ist erst im letzten Jahr ein teurer und aufwendiger Wettbewerb des Senats zur Bebauung des Tempelhofer Feldes gescheitert. Bürger*innen hatten die Möglichkeit der Beteiligung genutzt und sprachen sich klar gegen die Bebauung aus. Auch die Mehrheit der eingereichten Entwürfe sah keine großflächigen Gebäude vor.
Kein Flächen-, sondern ein Umsetzungsproblem
Wer den Eindruck erweckt, die Zukunft des Berliner Wohnungsmarktes entscheide sich auf dem Tempelhofer Feld, lenkt von den eigentlichen Problemen ab. Berlin verfügt bereits heute über ausreichend Bauland, um den Bedarf an Neubauwohnungen zu decken. Im Stadtentwicklungsplan Wohnen ist Platz für 250.000 Wohnungen dargestellt – ganz ohne das Tempelhofer Feld. Gleichzeitig sind rund 50.000 Wohnungen bereits genehmigt, werden aber nicht gebaut. Das eigentliche Problem ist also nicht fehlendes Bauland, sondern eine Politik, die vorhandene Möglichkeiten nicht nutzt und Bauvorhaben nicht umsetzt.
Das Tempelhofer Feld würde privatisiert
Statt dieses Problem endlich anzugehen, wird die Wohnungsnot genutzt, um eines der größten privaten Immobilienprojekte der Stadt zu rechtfertigen. Aus einer öffentlichen Freifläche, die heute allen Berliner*innen zur Verfügung steht, soll Bauland für private Investoren werden. Das Tempelhofer Feld würde damit Privatisiert. Denn nur 30 Prozent der Wohnungen sollen geförderte Sozialwohnungen werden. Der Rest werden dann wohl private Eigentumswohnungen. Die Bauung und Privatisierung des Feldes ist völlig unnötig und es gibt bessere Möglichkeiten: Tausende neue Wohnungen können durch Aufstockungen, Dachausbauten, Nachverdichtungen und die Umnutzung leerstehender Bürogebäude entstehen. Auch bereits versiegelte Flächen bieten erhebliche Potenziale. Ebenso sollte der Senat bereits bestehende Bauprojekte beschleunigen und längst genehmigte Wohnungen bauen lassen. All diese Wege würden schneller zu neuem Wohnraum führen, als Scheindebatten über das Tempelhofer Feld zu führen.
Das Feld ist kein Baugebiet
Das Tempelhofer Feld ist ein einmaliger Ort und einer der wenigen großen Freiräume dieser Stadt. Für uns ist daher klar: Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld gilt und das Feld bleibt frei. Es ist einer der wenigen Orte in Berlin, an dem alle Menschen unabhängig von Einkommen, Alter oder Herkunft kostenlos Sport treiben, spazieren gehen, Kultur erleben, spielen oder einfach Zeit im Freien verbringen können. Gerade in einer dichter werdenden Stadt sind solche Freiräume keine Luxusgüter, sondern sind notwendig für das Wohlergehen der Gemeinschaft. Als solche haben sie nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wichtige soziale Funktion, die es zu schützen gilt.
Was ist Stadtentwicklung? 😱
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